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«Kühles Nass»

Erfrischung und Belebung des Körpers sind ein verbreitetes Bedürfnis. Menschen zieht es ans Wasser, um ins kühle Nass zu tauchen. In Ballungszentren wird der Badebetrieb ab den 1930er-Jahren organisiert und zahlreiche Volksbäder entstehen. Männer und Frauen aller Gesellschaftsschichten ist es fortan erlaubt, entweder geschlechtergetrennt oder gemeinsam dem Baden zu frönen. In diesen Jahren blüht die Werbung für die frisch angelegten Kasten- und Strandbäder auf. Die ausgewählten Plakate richten einerseits den Fokus auf die heute oft denkmalgeschützte Architektur der Schweizer Bäder. Andererseits zeigen sie häufig androgyne, durchtrainierte Frauenkörper, die sich auf ihre Aktivitäten konzentrieren. Heute ist der Badegenuss zur Selbstverständlichkeit geworden und wird kaum mehr beworben.

Getränke, die der Erholung und der Belebung des Körpers dienen, werden seit der römischen Antike hergestellt.  Die vorgestellten Plakate zeigen Konsumplakate der Schweiz aus acht Jahrzehnten. Die Bewerbung sowohl von bewährten als auch von neuen Produkten, die einen erquickenden Moment versprechen, hält bis heute an.

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Anonym
Bildquelle: Jules Geiger
Aushangdatum um 1938
Flims
Martin Peikert
Aushangdatum 1932
Strandbad Interlaken
 
Hans Meyenhofer
Aushangdatum 1935
Strandbad Weinfelden
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Anonym
Aushangdatum 1932
Heizbares Schwimm und Freiluftbad – Engelberg
 
Etienne Clare
Aushangdatum um 1935
Thun – Plage – Strandbad
 
 
Johann Peter Flück
Aushangdatum um 1930
Strandbad Brienz – Berner Oberland
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Daniele Buzzi
Aushangdatum 1928
Locarno Plage – Wassersport
 
Anonym
Aushangdatum 1933
Badesport in der Schweiz
 
Jakob Weder
Aushangdatum 1934
Diepoldsau
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Erica von Kager
Aushangdatum 1932
Zweisimmen – Alpines Schwimm- & Sonnenbad
Anonym
Aushangdatum 1933
Kommt ins Strandbad Arbon
 
Lisel Zipf
Aushangdatum 1931
Château d'Oex
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Anonym
Aushangdatum um 1945
Hotel & Strandbad Lützelau Weggis – Vierwaldstättersee
Jules Ami Courvoisier
Aushangdatum 1930
Genève-Plage
 
Otto Baumberger
Aushangdatum 1929
Gstaad – Das elegante Schwimmbad im Berner Oberland
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Johann Emil Müller
Aushangdatum 1926
Lausanne Ouchy – Plage 
Fons Matthias Hickmann
Bildquelle: Büro für Fotos Köln
Aushangdatum 2000
Open Air Konzert 
Willy Trapp
Aushangdatum um 1932
Strandbad Davos
 
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Anonym (Signatur TS)
Aushangdatum um 1930
Strandbad Spiez
 
Hugo Laubi
Aushangdatum 1918
Strandbad – Weggis
 
Albert Solbach
Aushangdatum um 1932
Luzern – Lido
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Viktor Rutz
Aushangdatum 1937
Obi – Apfelsaft – fabelhaft
Advico Young & Rubicam AG / Ruedi Külling
Aushangdatum 1972
Sinalco
Viktor Rutz
Aushangdatum 1948
Limonade Orta – Widmann
 
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Donald Brun
Aushangdatum 1974
Perrier – Natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser
Gérard Miedinger
Aushangdatum 1952
Vivi Kola
Donald Brun
Aushangdatum 1955
Schwarzenburger Tafelgetränke
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Hugo Laubi
Aushangdatum 1938
Obstsaft – Mosterei Zweifel Höngg
Anonym
Aushangdatum um 1940
Vivi Kola – es war herrlich (Plakatentwurf)
Walker Agency AG / Pius Walker
Aushangdatum 2017
Passugger – Quelle der Gastfreundschaft seit 1896
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Viktor Rutz
Aushangdatum 1947
Henniez Lithinée – Eau de table par excellence
Herbert Leupin
Aushangdatum 1945
Eptinger
Advico Young & Rubicam AG / Ruedi Külling
Aushangdatum 1968
Sinalco ...erfrischend fruchtig

Frau Bettina Richter zeigt in einem kurzen Interview ihre Aufgaben als Kuratorin im Museum für Gestaltung auf und erzählt Spannendes zur Plakatsammlung Zürich.

Was sind die Aufgabenfelder einer Sammlungskuratorin?
Jede museale Sammlung hat die gleichen Grundaufgaben: es geht zunächst darum, die Bestände durch regelmässiges Sammeln zu erweitern und die Objekte zu pflegen und zu bewahren. Weiterhin müssen die Sammlungsobjekte wissenschaftlich erfasst und in geeigneter Form öffentlich zugänglich gemacht werden.

Mir obliegt in der Plakatsammlung die Verantwortung für die Sammlungspolitik, also die Erweiterung der Bestände gemäss einem klaren Sammlungskonzept. Jährlich verzeichnet die Plakatsammlung einen Zuwachs von rund 2 000 bis 3 000 Plakaten. Ich bin Herausgeberin der Publikationsreihe Poster Collection, die einmal jährlich in einer neuen Ausgabe Plakate der Sammlung zu einem bestimmten monografischen oder thematischen Aspekt veröffentlicht. Ausserdem kuratiere ich regelmässige Ausstellungen in unterschiedlichen Formaten, die das Plakat als Medium in seiner Vielfalt vorstellen und gleichzeitig einen Beitrag zur Geschichte des Graphic Designs leisten.

Im Team mit FotografInnen, DokumentarInnen und RestauratorInnen werden die für eine Sammlungsaufnahme ausgewählten Plakate fotografiert und in einer Datenbank nach wissenschaftlichen Kriterien erfasst. Je nach Zustand werden sie restauriert und in unserem Archiv, das aktuellen konservatorischen Richtlinien folgt, für die Langzeit gelagert. Sobald ein Plakat diesen komplexen Eingangsprozess durchlaufen hat, steht es für die Forschung und die Recherche durch Dritte zur Verfügung. Unsere Plakate werden weltweit an Museen ausgeliehen und als Abbildung für internationale Publikationen angefragt.

 

Was ist das Profil der Plakatsammlung Zürich?
Die Plakatsammlung ist die einzige internationale Sammlung ihrer Art in der Schweiz. Gesammelt wird seit etwa 1870, der Geburtsepoche des sogenannten Bildplakats im modernen Verständnis. Selbstverständlich folgt die Sammlung geografischen Schwerpunkten und hat einen starken Fokus beim Schweizer Plakat. Thematisch ist die Sammlung nicht eingegrenzt: Wir sammeln Kultur- Konsum- und Tourismusplakate ebenso wie politische, soziale Plakate bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Sammlung dokumentiert dabei die Entwicklung in der globalen Plakat- und Graphic Design-Geschichte, versteht sich aber auch als Zeugnis alltagskulturellen Wandels.

 

Wie wählen Sie die Objekte aus und wie gelangen diese in die Sammlung?
Neben internationalen und Schweizer Gestalterinnen und Gestaltern bieten uns auch Kulturinstitutionen, Druckereien sowie die Allgemeine Plakatgesellschaft APG|SGA regelmässig Plakate für die Aufnahme in das Archiv an, die von mir sorgfältig gemäss unserem Sammlungsprofil geprüft werden. Zur Ergänzung des historischen Bestands gelingt es uns immer wieder, Raritäten über Auktionshäuser und Privatsammlerinnen und -sammler zu erwerben. Weiterhin gelangen oftmals umfangreiche Donationen an uns über Nachkommen. Die aktive Plakatakquise verfolge ich in der Regel aus Zeitgründen vor allem im Kontext von Ausstellungs- oder Publikationsprojekten. Damit verbunden sind Besuche in schweizerischen und internationalen Studios sowie Archiven.

Plakatsammlung Museum für Gestaltung Zürich

Die Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich, gehört weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten Archiven dieser Art. Rund 350 000 Objekte, davon etwa 120 000 inventarisiert, dokumentieren die schweizerische und internationale Geschichte des Plakats von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Sammlung umfasst politische, kulturelle und kommerzielle Plakate. Ihre Vielfalt in historischer, thematischer und geografischer Hinsicht ermöglicht sowohl eine Tour d’Horizon der Plakatkunst als auch den Blick in ein visuelles Archiv der Alltagswelt. Ein Teil der Sammelobjekte ist bereits über einen Online-Katalog recherchierbar: www.emuseum.ch Dieser wird kontinuierlich erweitert.

 

Rechte

Die Bilder dieser Online-Ausstellung sind Teil des digitalen Katalogs der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich und dienen ausschliesslich der Illustration. Jede Verwendung zugunsten Dritter – Veröffentlichung der Bilder oder sonstige kommerzielle Nutzung – ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber nicht zulässig. Informationen zur Bestellung von Bildvorlagen: sammlungen@museum-gestaltung.ch