DE
FR
IT
EN

ePoster Gallery

Nährend und wärmend: Das Heissgetränk in der Werbung

Heissgetränke steigern unser Wohlbefinden und werden auch als innere Wolldecke bezeichnet. Sowohl Kaffee als auch Tee und Kakao sind lange ein exotisches Luxusgut. Erst im 18. und 19. Jahrhundert können sich weitere Teile der westlichen Welt diese Güter leisten.

Auf den präsentierten Plakaten wird mit wiederkehrenden Bildmotiven wie der Mutter-Kind-Darstellung oder dem Rund der Tasse Heimeligkeit, Geborgenheit und Wärme suggeriert. Der bewegte Dampf des frisch gebrühten Heissgetränkes spricht neben dem visuellen Sinn auch unseren Geruchs- und Geschmackssinn an. Bei der Bewerbung der überseeischen Genussmittel zeigt sich aber auch häufig der hegemoniale, kolonialistische Blick: Rassistische Stereotypen werden unreflektiert verbreitet.
 

3 Fragen zur kulturellen Verbreitung von Heissgetränken. Erläutert von Nico Lazúla, Dokumentarin der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich.

Wie hat sich Kaffee als Genussmittel verbreitet?

Die Industrialisierung verändert die Lebensumstände entscheidend. Durch die Abnahme der körperlich schweren Arbeit, die Zunahme der sitzenden oder stehenden Arbeitsweise und durchwachsende Ansprüche an die geistige Konzentrations- und Adaptionsfähigkeit kommt es zu deutlichen Veränderungen in der Ernährung. Der Konsum von Genussmitteln wie Kaffee als Belohnung hilft, die langen Arbeitszeiten durchzuhalten und dem Tag Zäsuren zu geben.
Durch Beeinträchtigungen des Imports, die den Kaffee stark verteuern, aber auch aufgrund von Mangelernährung werden gegen Ende des 19. Jahrhunderts Kaffeeersatzprodukte lanciert, die einen höheren Nährwert haben als Bohnenkaffee.

Gibt es Regionen in Europa, in denen die Teekultur dominiert?

In Europa dominiert die Kaffeekultur, während Tee nur wenig getrunken wird. Zu den Teeregionen Europas gehören die Britischen Inseln, Polen, Russland, die Türkei und einige Gegenden in Deutschland. In den meisten Teeregionen hat Kaffee nur eine marginale Bedeutung. In südlichen Ländern ist oft zu beobachten, dass Menschen ständig warmen Tee in kleinen Schlucken trinken, wodurch sie ein leichtes Schwitzen in Gang halten und so die Abkühlung des Körpers unterstützen. Das scheint physiologisch sinnvoll, die Tradition hat dort aber auch einen anderen Hintergrund: den Mangel an sauberem Trinkwasser. 

Wie hat sich die Trinkschokolade in Europa verbreitet?

Die Trinkschokolade ist das dritte Heißgetränk, das sich in der Neuzeit in Europa ausbreitet und zur Entwicklung einer eigenen Trinkkultur führt. Ursprünglich aus Mittelamerika stammend, wird das Getränk im 16. Jahrhundert erstmals am spanischen Königshof getrunken; am französischen Hof in Versailles breitet sich Schokolade im 17. Jahrhundert als Modegetränk aus. Neben der Verbreitung als aristokratisches Getränk ist die Trinkschokolade im 17. Jahrhundert vor allem in Klöstern ein beliebter Energielieferant in der Fastenzeit, weil sie nicht unter die kirchlichen Speiseverbote fällt. Erst mit der Erfindung des löslichen Kakaopulvers im 19. Jahrhundert entwickelt sich Trinkschokolade zu einem Massenprodukt.

None
None
None
Meinl Tee
Gestaltung: Joseph Binder
Aushangsdatum: 1924
Ovomaltine
Gestaltung: Viktor Rutz
Aushangsdatum: 1937
 
Usego – Jubiläums Kaffee
Gestaltung: Walter Sigg
Aushangsdatum: 1953
None
None
None
Götz Gramlich
Gestaltung: Florian Steiner – Kaffeerösterei Heidelberg
Aushangsdatum: 2014
 
Stoll Café
Gestaltung: Florian Steiner – Kaffeerösterei Heidelberg
Aushangsdatum: 2013
 
 
Coop Kaffee – Preiswert und gut
Gestaltung: Donald Brun
Aushangsdatum: 1943
None
None
None
Kaffee
Gestaltung: Hugo Wetli
Aushangsdatum: 1960
 
Dépôt de chocolat Masson – Chocolat mexicain
Gestaltung: Eugène Samuel Grasset
Aushangsdatum: 1896
 
Coop Kräutertee – Bekömmlich und billig
Gestaltung: Charles Kuhn
Aushangsdatum: 2007
None
None
None
Kaffee Hag
Gestaltung: Ludwig Hohlwein
Aushangsdatum: 1913
Kaffeekanne und Design – Eine Entdeckungsreise
Gestaltung: Claudia Schmauder
Aushangsdatum: 1996
 
Café Wolgrot
Gestaltung: Martin Amstutz, Patrick Kessler, Manuela Bruno
Aushangsdatum: 1992
None
None
None
Riquet Tee – Kräfitg – Aromatisch
Gestaltung: Ludwig Hohlwein
Aushangsdatum: 1926
Franck Aroma – Cichorie
Gestaltung: Numa Rick
Aushangsdatum: 1946
 
Meinl Kaffee
Gestaltung: Joseph Binder
Aushangsdatum: 1924
None
None
None
Chocolat Ph. Suchard Neuchâtel
Gestaltung: Anonym
Aushangsdatum: 1898
Chocolat Carpentier
Gestaltung: Henry Gerbault
Aushangsdatum: 1900
Compagnie Française des Chocolats et des Thés
Gestaltung: Théophile – Alexandre Steinlen
Aushangsdatum: 1894
None
None
None
Co–op Tee
Gestaltung: Viktor Rutz
Aushangsdatum: 1942
 
Ovomaltine – Erfrischt und stärkt
Gestaltung: Celestino Piatti
Aushangsdatum: 1963
 
Tobler Cacao – Die billigste Volksnahrung
Gestaltung: Anonym
Aushangsdatum: 1937
None
None
None
Kind – Frau – Mann – Ovomaltine
Gestaltung: Pierre Gauchat
Aushangsdatum: 1954
Banago
Gestaltung: Kaltenbach & Zbinden / Fritz Kaltenbach
Aushangsdatum: 1960
Meinl Kaffee
Gestaltung: Hans Krautschneider
Aushangsdatum: 1918
 
None
None
None
Suchard Express Drink
Contini Sjöstedt-Impact
Foto: Thomas Cugini
Aushangsdatum: 1971
Ovomaltine – Um mehr zu leisten!
Gestaltung: Werbeagnetur Dr. Ivan Ruperti
Aushangsdatum: 1969
Kein Glas Milch ist gross genug mit Nesquik
Gestaltung: Anonym
Aushangsdatum: 1961
None
None
None
Volg Apfel-Tee
Gestaltung: Viktor Rutz
Aushangsdatum: 1943
Tee
Gestaltung: Hugo Wetli
Aushangsdatum: 1960
Franck Spezial
Gestaltung: Ludwig Hohlwein
Aushangsdatum: 1929

Plakatsammlung Museum für Gestaltung Zürich

Die Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich gehört weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten Archiven dieser Art. Rund 350 000 Objekte, davon etwa 150 000 inventarisiert, dokumentieren die schweizerische und internationale Geschichte des Plakats von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Sammlung umfasst politische, kulturelle und kommerzielle Plakate. Ihre Vielfalt in historischer, thematischer und geografischer Hinsicht ermöglicht sowohl eine Tour d’Horizon der Plakatkunst als auch den Blick in ein visuelles Archiv der Alltagswelt. Ein Teil der Plakate ist bereits über die Online-Datenbank des Museum recherchierbar: www.emuseum.ch. Diese Datenbank wird kontinuierlich erweitert.

 

Rechte

Die Bilder dieser Online-Ausstellung sind Teil des digitalen Katalogs der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich und dienen ausschliesslich der Illustration. Jede Verwendung zugunsten Dritter – Veröffentlichung der Bilder oder sonstige kommerzielle Nutzung – ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber:innen nicht zulässig. Informationen zur Bestellung von Bildvorlagen: sammlungen@museum-gestaltung.ch