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Tierisch gut

Die Neigung, menschliche Eigenschaften auf andere Lebewesen zu übertragen, zeigt sich in sämtlichen Plakatkategorien. Auf den präsentierten Plakaten nehmen die Tiere oft die Hauptrolle oder zumindest eine wichtige Nebenrolle ein. In der Werbebotschaft werden vermeintliche Wesenszüge des jeweiligen Tieres in einen mehr oder weniger direkten Zusammenhang mit einem Produkt, einer Veranstaltung oder einer politischen Botschaft gebracht. Schelmisch, verspielt, vermenschlicht oder auch ekelerregend werden die Tiere auf den vorgestellten Plakaten in Szene gesetzt. Sie adressieren uns als Betrachtende oft direkt, legen uns das Produkt ans Herz und versuchen uns emotional zu erreichen.

 

Über die Darstellung von Tieren in Plakaten spricht Frau Nico Lazúla Baur, Dokumentarin der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich, in einem kurzen Interview.

Eröffnet wird die Ausstellung mit einem Schmetterling, der für Sonnencreme wirbt. Was ist der Hintergrund?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist gebräunte Haut noch mit dem Stigma der Landarbeit behaftet und entsprechend verpönt. Erst im Zuge der Industrialisierung wird das ausgiebige Sonnenbaden populärer. Ein Paradigmenwechsel in Bezug auf sonnengebräunte Haut findet statt und die Kosmetikindustrie reagiert mit Produkten wie «Hamol ultra» auf die Gefahr des Sonnenbadens. Der Schmetterling steht in dieser Botschaft für Wonne, Genuss und die warme Jahreszeit.

Weiterführender Text von Bettina Richter: Ultimative Bräune mit Hamol ultra – Hamol Plakate als vielseitiges Zeitzeugnis


Tiere sind ein häufig gewähltes Sujet der Plakatgestaltung. Warum eigentlich?

Die auf die Tiere übertragenen Charaktereigenschaften funktionieren bei den Betrachterinnen und Betrachtern nach dem Prinzip der Anziehung resp. der Abstossung. Grundsätzlich wird hier mit dem sogenannten «Cute Marketing» oft auf den Faktor Niedlichkeit gesetzt. Bei der potenziellen Kundschaft sollen positive Gefühle geweckt werden, um diese zum Kauf oder zur Handlung zu bewegen.

Um einem Anliegen Nachdruck zu verleihen, werden Tiere auch oft in politischen Plakaten eingesetzt, seien es das Symboltier der gierigen, widerlichen Ratte, die es auf Recht, Ordnung und Besitz abgesehen hat oder die vielarmige Krake, die in einem Plakat von Exem zum Sinnbild des bedrohlichen und zerstörerischen Kapitalismus wird.
 

Steht die zähnefletschende Bulldogge für ein Gegenbeispiel zu diesem «Cute Marketing»?

Diese Darstellung, welche suggeriert, dass die blutrote Bulldogge die nächstbeste Person anfällt, ist wirklich aussergewöhnlich und ein klares Gegenbeispiel. Beim Plakat von Thomas Theodor Heine von 1896 wird weder auf der Bild- noch Textebene sofort ersichtlich, wofür geworben wird.

Der Simplicissimus war ein Ende des 19. Jahrhunderts lanciertes, satirisches, angriffslustiges Wochenblatt, welches Zeittendenzen widerspiegelte und die heuchlerische bürgerliche Moral staatlicher und kirchlicher Macht kritisierte.

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Viktor Rutz
Hamol ultra
Aushangdatum 1942
Herbert Berthold Libiszewski
Lutteurs – Mein neues Hemd
Aushangdatum um 1945
 
Niklaus Stoecklin
Binaca
Aushangdatum 1944
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Jung von Matt/Limmat AG
Schon jedes fünfte Kind ist zu dick. 
Aushangdatum 2008
 
Velvet Creative Office GmbH
Schauspielhaus Zürich – Zwerg Nase nach Wilhelm Hauff 
Aushangdatum 2011
 
 
Samuel Marty, Markus Junker
Summer School – Weiterbildung in Kunst und Design
Aushangdatum 2020
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The PR factory
<Schmusekater_16> Bisch single? Würd dich gern nöcher kännelernä!
Eine Kampagne der Stadt Zürich gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen im Internet.
Aushangdatum 2008
 
Kern & Bosshard
Davos 
Aushangdatum 1948
 
Donald Brun
Zwicky Nähseide
Aushangdatum 1953
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Vitamin 2 AG / Dominic Rechsteiner
Olma – 76. Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung 
Aushangdatum 2018
Anonym
Eine starke Partnerschaft für nachhaltigen Handel.
Ja zum Abkommen mit Indonesien
Aushangdatum 2021
 
Alex Walter Diggelmann
Hotel Beau Rivage – Interlaken
Aushangdatum 1935
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Paul Imhof
Kunstgewerbemuseum Stadt Zürich – Plakatwettbewerbe–Ausstellung
Aushangdatum 1916
Thomas Theodor Heine
Simplicissimus
Aushangdatum 1896
 
Donald Brun
Gevaert Film
Aushangdatum 1947
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McCann Erickson AG
Elnapress – Nie mehr bügeln
Aushangdatum 1996
Herbert Leupin
Schwarzhändler sind Volksschädlinge 
Aushangdatum 1941
Ruf Lanz Werbeagentur AG / Danielle Lanz, Markus Ruf, Isabelle Hauser
Foto: Carioca Studios
Solange manche Tiere wie Müll behandelt werden, braucht es uns.
20 Jahre Tier im Recht
Aushangdatum 2016
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Superposition, Agence créative communication visuelle
Fureur de lire – Genève
Aushangdatum 2019
 
Vegalo GmbH / Joseph Pisani
Palliative Care – Leben bis zuletzt – Stadthaus Zürich 
Aushangdatum 2003
 
Emil Cardinaux
Jlco – der Qualitäts Schuh
Aushangdatum 1927
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René Gilsi
Rüssel weg vom Brot der Alten!
Städt. Versicherungsstatut: Ja
Aushangdatum 1944
Ruf Lanz Werbeagentur AG / Danielle Lanz, Markus Ruf, Isabelle Hauser 
Nur Tiere dürfen bei Tierquälerei wegschauen – Bitte unterstützen Sie tierfreundliche Gesetze – Tier im Recht
Aushangdatum 2020
Zogg. Kettiger. Gasser. Werbeagentur AG
Foto: Ernst Voller
Auch kleine Kunden schnuppern gern bei uns – Migros City
Aushangdatum 1992
 
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Niklaus Stoecklin
Soll Basel 30 Jahre zurückkrebsen?
Museumsbau Ja
Aushangdatum 1932
Benjamin Burger, Adrien Moreillon
Mehrspur – Musikklub für Konzerte von Pop bis Jazz und Parties
Aushangdatum 2014
Exem
Non à la destruction des Bains des Pâquis
Aushangdatum 1988
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Atelier Bundi AG / Stephan Bundi
Die Katze auf dem heissen Blechdach – Tennessee Williams – Theater Biel Solothurn
Aushangdatum 2012
Hausgrafik / Urs Althaus
ISC Januar 
Aushangdatum 2000
Niklaus Troxler
Das Lachen – nach dem gleichnamigen Essay des französischen Philosophen Henri Bergson 
Aushangdatum 1993

Plakatsammlung Museum für Gestaltung Zürich

Die Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich, gehört weltweit zu den umfangreichsten und bedeutendsten Archiven dieser Art. Rund 350 000 Objekte, davon etwa 120 000 inventarisiert, dokumentieren die schweizerische und internationale Geschichte des Plakats von ihren Anfängen Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Sammlung umfasst politische, kulturelle und kommerzielle Plakate. Ihre Vielfalt in historischer, thematischer und geografischer Hinsicht ermöglicht sowohl eine Tour d’Horizon der Plakatkunst als auch den Blick in ein visuelles Archiv der Alltagswelt. Ein Teil der Plakate ist bereits über die Online-Datenbank des Museum recherchierbar: www.emuseum.ch. Diese Datenbank wird kontinuierlich erweitert.

 

Rechte

Die Bilder dieser Online-Ausstellung sind Teil des digitalen Katalogs der Plakatsammlung des Museum für Gestaltung Zürich und dienen ausschliesslich der Illustration. Jede Verwendung zugunsten Dritter – Veröffentlichung der Bilder oder sonstige kommerzielle Nutzung – ist ohne Erlaubnis der Rechteinhaber nicht zulässig. Informationen zur Bestellung von Bildvorlagen: sammlungen@museum-gestaltung.ch